Sektor

Führungskräftesuche für Infrastruktur und EPC

Besetzung von Führungspositionen im Ingenieurbau, Anlagenbau und für EPC-Großprojekte im DACH-Raum.

Sektorbriefing

Marktüberblick

Die strukturellen Kräfte, Talentengpässe und kommerziellen Dynamiken, die diesen Markt aktuell prägen.

Der Markt für Infrastruktur sowie Engineering, Procurement und Construction (EPC) im DACH-Raum richtet sich strukturell neu aus. Im Zeitraum bis 2030 prägt ein beständiger Investitionszyklus die Branche. Treiber sind Dekarbonisierung, Digitalisierung und der Aufbau resilienter regionaler Lieferketten. In Deutschland vergeben Großauftraggeber wie die Autobahn GmbH und die DEGES erhebliche Volumina im Ingenieurbau, während der Bund verstärkt in die Forschungsinfrastruktur investiert. In Österreich beschleunigt das neue Vergaberechtsgesetz die Auftragsvergabe. In der Schweiz stützt die konstant hohe Baudichte den Bedarf an Ingenieurdienstleistungen. Diese Entwicklung erfordert Führungskräfte, die komplexe Projektportfolios in einem volatilen Umfeld sicher steuern.

Gleichzeitig verlagert sich der Fokus vom klassischen Tiefbau auf die Modernisierung von Energienetzen und die Integration von Erneuerbaren Energien. Um die europäischen Klimaziele zu erreichen, fließt viel Kapital in die Energie- und Versorgungswirtschaft, insbesondere in Hochspannungsnetze und Speicheranlagen. Die Neuausrichtung konventioneller Sektoren wie Öl und Gas erfordert technisches Management für komplexe Rückbau- und Transformationsprojekte. Zusätzlich steigt die regulatorische Dichte. Aktualisierte Standards wie die ZTV-ING, veränderte EU-Vergabeschwellenwerte und das österreichische Energie-Infrastrukturgesetz machen vertragsrechtliche Compliance zu einer Kernkompetenz im Management.

Die größte Herausforderung des EPC-Marktes bleibt das knappe Humankapital. Da in den kommenden Jahren viele erfahrene Ingenieure in den Ruhestand treten, zwingt dieser demografische Wandel die Unternehmen dazu, personelle Engpässe durch technologische Effizienz auszugleichen. Der Einsatz von Building Information Modeling (BIM) und Instrumenten zur digitalen Projektsteuerung wird zur Pflicht, um Verzögerungen und Margenverluste zu vermeiden. Der Wettbewerb um Projektleiter, die digitale Prozesse etablieren und gleichzeitig komplexe Verträge sicher verhandeln, bestimmt die Personalplanung im laufenden Jahrzehnt.

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Führungskompetenz für anspruchsvolle EPC- und Infrastrukturvorhaben sichern

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Praktische Fragen

Häufig gestellte Fragen

Was treibt den aktuellen Bedarf an Führungskräften im Infrastruktur- und EPC-Sektor des DACH-Raums?

Der Markt wächst durch den notwendigen Ausbau der Energie- und Verkehrsinfrastruktur, die Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen sowie weitreichende Dekarbonisierungsziele. Öffentliche Auftraggeber und private Netzbetreiber vergeben beständig hohe Projektvolumina. Die Realisierung dieser Vorhaben erfordert Führungskräfte, die komplexe Engineering-Prozesse steuern, Lieferketten absichern und ESG-Vorgaben in kommerziell tragfähige Projektstrukturen überführen.

Wie wirkt sich der demografische Wandel auf die Besetzung von Senior-Rollen im Bauwesen aus?

Die Branche steht vor einer Pensionierungswelle, durch die in den kommenden Jahren viele erfahrene Projekt- und Bauleiter ausscheiden. Um diesen Verlust an operativer Erfahrung zu kompensieren, rücken Manager in den Fokus, die digitale Steuerungsinstrumente, datengetriebene Planungsmethoden (wie BIM) und modulare Bauweisen im Unternehmen verankern. Die Fähigkeit, mit jüngeren oder interdisziplinären Teams verlässliche Qualität und Termintreue zu gewährleisten, wird entscheidend.

Welche Gehaltsentwicklungen prägen den Markt für Infrastruktur-Führungskräfte bis 2030?

Der intensive Wettbewerb um technisches Managementpersonal stützt ein hohes Vergütungsniveau. In Deutschland bewegen sich die Jahresbruttogehälter für technische Direktoren und Senior-Projektleiter häufig zwischen 100.000 und 140.000 Euro. In Österreich liegen vergleichbare Rollen meist zwischen 90.000 und 125.000 Euro. In der Schweiz reicht das Spektrum oft von 160.000 bis 220.000 CHF. Diese Grundgehälter werden zunehmend durch variable Anteile ergänzt, die an Projektmeilensteine und Margen gekoppelt sind.

Welchen Einfluss haben neue regulatorische Vorgaben auf die Anforderungsprofile im EPC-Management?

Angepasste EU-Vergabeschwellenwerte, das österreichische Vergaberechtsgesetz 2026 sowie turnusmäßig verschärfte technische Richtlinien wie die ZTV-ING erhöhen die formalen und juristischen Anforderungen. Zudem zwingen ESG-Mandate zu einer detaillierten Nachhaltigkeitsberichterstattung. Geschäftsführer und Projektleiter benötigen heute fundierte Kenntnisse im Vertrags- und Vergaberecht (wie VOB oder VOL) sowie im Claim-Management, um rechtliche Risiken und Projektverzögerungen belastbar zu steuern.

Welche Standorte bilden die zentralen Arbeitsmärkte für Infrastruktur- und EPC-Führungskräfte in der Region?

Die Nachfrage konzentriert sich auf wirtschaftlich dynamische Ballungsräume und Industriezentren. In Deutschland bilden Metropolen wie München, Frankfurt und das durch den Hafenausbau geprägte Hamburg wichtige Schwerpunkte. In Österreich fungiert Wien als wichtigster Markt für den nationalen Ingenieurbau. In der Schweiz bündeln Zürich, Basel und Genf die größte Dichte an spezialisierten Ingenieurbüros und Niederlassungen internationaler Baukonzerne.

Warum ist der Executive-Search-Ansatz für EPC-Führungspositionen strategisch sinnvoll?

Direktoren und Senior-Projektleiter, die große Budgets sicher steuern und komplexe Arbeitsgemeinschaften leiten, sind nur selten aktiv auf der Suche nach neuen Positionen. Ein strukturierter Prozess der Führungskräftesuche ermöglicht die diskrete Identifikation und Ansprache dieses passiven Kandidatenfeldes. Das reduziert die geschäftskritischen Risiken, die durch Vakanzen oder Fehlbesetzungen bei kapitalintensiven Bauvorhaben entstehen.