So verhandeln Sie Ihr Gehaltspaket: Ein strategischer Leitfaden
Wenn Sie sich in einem Auswahlverfahren für eine neue Position befinden, ist eines Ihrer wichtigsten Ziele zweifellos die Sicherung eines zufriedenstellenden wirtschaftlichen Angebots. Je nach Ihrer Situation hat dies mehr oder weniger Priorität — doch ein besseres Gehaltspaket ist natürlich immer willkommen. Dieser Artikel soll Sie durch diesen sensiblen Prozess führen und dabei wichtige Unterscheidungen je nach Gesprächspartner aufzeigen.
Die Schlüsselakteure identifizieren: Entscheider und Beeinflusser
Unabhängig davon, wie der Auswahlprozess begonnen hat, besteht Ihr erster strategischer Schritt darin, zwei Dinge zu verstehen: Wer hat die letztendliche Entscheidungsmacht über Ihr wirtschaftliches Angebot, und wer ist die beste Person, um diesen Entscheider positiv zu beeinflussen? Sofern Sie nicht direkt mit dem Unternehmensinhaber verhandeln, ist die Antwort auf die zweite Frage in der Regel ein Dritter — nicht Sie selbst.
Die Gefahren der direkten Verhandlung
Selbst wenn Sie über erstklassige Verhandlungsfähigkeiten verfügen — direkt für das eigene Gehalt einzutreten birgt erhebliche Risiken. Es ist schwierig, sich selbst vollständig objektiv einzuschätzen, Sie laufen Gefahr, arrogant zu wirken, und Sie kennen die internen Gehaltsbenchmarks nicht. Aus diesen Gründen ist die beste Ausgangslage, einen Vermittler zu haben, der als Ihr „Fürsprecher" in der wirtschaftlichen Verhandlung agiert. Idealerweise ist diese Person der Recruiter einer Headhunter-Firma oder der interne HR-Professional, der den Prozess steuert.
Die goldene Regel: Radikale Transparenz von Anfang an
Zu Beginn des Prozesses wird Ihr Vermittler Sie bitten, Ihre aktuelle Vergütung offenzulegen. Seien Sie absolut ehrlich und transparent. Legen Sie Ihr gesamtes Paket ohne Zweideutigkeiten dar. In den finalen Phasen werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgefordert, eine aktuelle Gehaltsabrechnung zur Due Diligence vorzulegen. Bestehen Diskrepanzen zwischen Ihren anfänglichen Angaben und dem offiziellen Dokument, könnten Sie als unpräzise oder — im schlimmsten Fall — als opportunistisch wahrgenommen werden. Das kann das aufgebaute Vertrauen nachhaltig beschädigen.
Wann Sie Ihre Erwartungen kommunizieren sollten
Wenn Ihre finanziellen Vorstellungen deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen, ist es ratsam, dies von Anfang an zu kommunizieren, um allen Beteiligten Zeit zu sparen. Sind Sie hingegen flexibel, kann es strategisch klüger sein, das Unternehmen das erste Angebot machen zu lassen. Dies erhält Ihren Verhandlungsspielraum und verhindert, dass Sie das Gespräch auf eine Zahl festlegen, die möglicherweise unter dem liegt, was das Unternehmen bereit gewesen wäre zu bieten. Solche Gespräche finden oft in den finalen Bewerbungsgesprächen statt — es ist daher ratsam, im Vorfeld eine klare Strategie zu haben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umgang mit dem Angebot
Wenn Sie ein Angebot erhalten, sollte der Prozess elegant gehandhabt werden. Bedanken Sie sich zunächst und bitten Sie respektvoll um ein bis zwei Tage Bedenkzeit. Ist das Angebot hervorragend, nehmen Sie es mit Begeisterung an. Besteht Anpassungsbedarf, wenden Sie sich an Ihren Vermittler. Kommunizieren Sie klar und konkret die Mindestparameter, unter denen Sie zusagen würden, und geben Sie Ihr Wort, dass Sie bei Erfüllung dieser Bedingungen zusagen werden. Dieses Maß an professionellem Verhalten ist Standard in jeder hochrangigen Executive Search. Bedenken Sie: Sobald ein Angebot nachgebessert wurde, ist es in der Regel endgültig.
Fazit
Mit dieser Vorgehensweise maximieren Sie Ihre Chancen, nicht nur vorteilhafte Konditionen zu erzielen, sondern dies auch mit Souveränität zu tun. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Sie nicht als rein finanziell motiviert wahrgenommen werden, und ermöglicht es Ihnen, Ihre neue Position mit Begeisterung und auf der Grundlage gegenseitigen Respekts anzutreten. Sie befinden sich damit in der bestmöglichen Ausgangslage, um Ihren beruflichen und wirtschaftlichen Aufstieg fortzusetzen.