Warum St. Gallen einer der trügerischsten Rekrutierungsmärkte der Schweiz ist
Von aussen betrachtet wirkt St. Gallen überschaubar: eine Stadt mit 82.000 Einwohnern, niedrige Arbeitslosigkeit von 2,1 %, ein überschaubares Set an Ankerarbeitgebern. Doch diese oberflächlichen Fakten verbergen ein Einstellungsumfeld, das konventionelle Ansätze bestraft. Der sichtbare Talentpool ist nahezu leer. Die Fachkräfte, die für Führungspositionen infrage kämen, sind fest in Institutionen eingebunden, die sie ohne ein präzise kalibriertes Angebot kaum verlassen werden. Und die enge Vernetzung der professionellen Gemeinschaft hat zur Folge, dass eine schlecht geführte Suche nachhaltigen Reputationsschaden verursacht.
St. Gallen liegt in einem Talkessel. Horizontale Expansion ist unmöglich. Die Wohnungsleerstandsquote liegt unter 0,5 %, was den Umzug für externe Kandidaten zu einem echten Hindernis macht. IT-Gehälter haben sich auf 85 bis 90 % des Zürcher Niveaus angeglichen – gegenüber 80 % im Jahr 2020 –, sodass das Lebenshaltungskosten-Argument, das einst Talente aus dem Grossraum Zürich anzog, an Überzeugungskraft verloren hat. Bei einem absoluten Fachkräftemangel von über 2.500 Personen ist die Stadt bei einem Viertel ihrer Belegschaft auf Grenzpendler aus Vorarlberg und Liechtenstein angewiesen. Für Führungspositionen entsteht dadurch ein Suchradius, der sich über drei Länder und zwei Rechtsordnungen erstreckt.
Versicherungen, Finanzdienstleistungen und HSG-nahe Ventures dominieren. Rund 6.500 Personen arbeiten direkt im Versicherungscluster. Die Gesamtbelegschaft der Stadt ist so kompakt, dass sich Führungskräfte benachbarter Branchen regelmässig bei SQUARE-Veranstaltungen, kantonalen Branchenessen und HSG-Beiräten begegnen. Dies ist nicht Zürich, wo Grösse Anonymität bietet. Ein diskretes Vorgehen ist hier kein Luxus – es ist eine Grundvoraussetzung für jede Suche, die den Versicherungs- oder HealthTech-Cluster berührt. Die verborgenen 80 % der Führungskräfte (EN), die nicht aktiv suchen, sind auch für ihre Peers nicht unsichtbar. Sie sind bekannt, werden beobachtet und sind Gesprächsthema.
Rund 35 % der Industrieunternehmer in der Region haben das Rentenalter erreicht oder überschritten. Gleichzeitig stecken Versicherungsunternehmen mitten in der Legacy-Modernisierung – Cloud-Migrationen sind abgeschlossen, nun werden Embedded-Insurance-Produktentwickler und KI-gestützte Schadenspezialist:innen gesucht. Diese beiden Druckfaktoren kollidieren: Die Stadt braucht erfahrene Führungspersönlichkeiten, die Eigentümerübergänge im Mittelstand managen können, und zugleich transformationserfahrene Executives für den Versicherungs- und InsurTech-Kern. Das sind unterschiedliche Talentprofile aus unterschiedlichen Märkten. Sie als eine einzige Suchherausforderung zu behandeln, ist ein häufiger und teurer Fehler.
Der Go-To Partner-Ansatz (EN) von KiTalent ist genau für diese Art von Markt konzipiert: klein, eng vernetzt, unter mehrfachem gleichzeitigem Talentdruck stehend – ein Umfeld, das Marktintelligenz erfordert, die bereits vor Mandatsbeginn gesammelt wird.