Warum Basel der schwierigste Ort in Europa ist, um eine Führungskraft im Wissenschaftsbereich einzustellen
Veröffentlichen Sie eine Führungsposition in Basel und beobachten Sie, was passiert. Aktive Bewerber sind rar, die meisten bereits jedem Recruiter der Stadt bekannt und häufig nicht auf die präzise Kombination aus regulatorischen, wissenschaftlichen und kommerziellen Fähigkeiten abgestimmt, die Basler Mandate erfordern. Der sichtbare Kandidatenpool repräsentiert nur einen Bruchteil des tatsächlichen Marktes. Was diese Stadt so besonders schwierig macht, ist kein Fachkräftemangel im abstrakten Sinne – es ist die Art und Weise, wie Basels Wirtschaft strukturiert ist.
Roche und Novartis beschäftigen zusammen über 25.000 Menschen innerhalb der Basler Stadtgrenzen und erwirtschaften rund 40 % des privatwirtschaftlichen BIP der Stadt. Ihre Vergütungspakete, Campus-Infrastrukturen und Karrierepfade erzeugen eine Anziehungskraft, mit der kleinere Arbeitgeber kaum mithalten können. Wenn ein Biotech-Scale-up oder ein Spezialchemie-Unternehmen einen VP of Advanced Manufacturing oder einen Head of Regulatory Strategy sucht, sitzen die bestqualifizierten Kandidaten typischerweise in einem dieser beiden Hauptsitze. Sie zu erreichen erfordert mehr als eine LinkedIn-Nachricht – es braucht einen glaubwürdigen, individuell konzipierten Ansatz von jemandem, der ihre Karrierelaufbahn versteht und überzeugend darlegen kann, warum ein Wechsel strategisch sinnvoll ist. Genau dafür wurde direktes Headhunting (EN) entwickelt.
Basels Arbeitsmarkt endet nicht an der Schweizer Grenze. Rund 35 % der städtischen Belegschaft sind Grenzgänger, die täglich aus der französischen Region Grand Est und aus Baden-Württemberg pendeln. Executive Search muss hier drei nationale Steuerregime, drei Arbeitsrechtsordnungen und drei unterschiedliche Berufskulturen berücksichtigen. Ein Regulatory-Affairs-Direktor, der in Freiburg lebt und in Basel arbeitet, steht vor anderen Pensionsauswirkungen als einer mit Wohnsitz in Saint-Louis. Ein Executive-Search-Unternehmen, das Basel als rein schweizerischen Markt behandelt, wird Kandidaten übersehen und Angebote falsch gestalten. Die Kompetenz im internationalen Executive Search (EN) ist hier nicht theoretisch – sie ist im Tagesgeschäft nahezu jedes grossen Arbeitgebers verankert.
Basel leidet unter einem gravierenden Laborflächenmangel. Die Leerstandsquoten für GMP-zertifizierte Nasslabore liegen unter 2 %, und der Wohnungsleerstand beträgt nur 0,3 % – der niedrigste in der Schweiz. Die Medianmiete für eine 3,5-Zimmer-Wohnung übersteigt CHF 2.800 pro Monat. Diese Rahmenbedingungen erzeugen ein sich verstärkendes Problem für die Gewinnung von Führungskräften. Kandidaten, die aus Boston, Singapur oder selbst Zürich umziehen, stehen einem Wohnungsmarkt gegenüber, der den Umzug aktiv erschwert. Nachwuchsforschende verlassen Basel bereits aufgrund der Lebenshaltungskosten, was die zukünftige Talent Pipeline für Führungspositionen ausdünnt. Für einstellende Unternehmen bedeutet dies: Eine präzise Vergütungskalibrierung ist keine Option mehr, sondern der Unterschied zwischen einem unterschriebenen Angebot und einem verlorenen Kandidaten. Dieses Verständnis vor Beginn einer Suche ist zentral für den Go-To Partner (EN)-Ansatz.