Warum Erfurt ein täuschend komplexer Executive-Markt ist
Veröffentlichen Sie eine Senior-Führungsposition in Erfurt über konventionelle Kanäle, und Sie werden von Kandidatinnen und Kandidaten mit starkem Hintergrund in der öffentlichen Verwaltung und soliden regionalen Referenzen hören. Was Sie nicht hören werden, ist der Optikingenieur, der Jenoptiks Lithographie-Linie leitet, der Supply-Chain-Direktor, der die Gefahrstofflagerung für CATLs Batterielieferkette verantwortet, oder der Ed-Tech-Produktleiter, der IUs SaaS-Plattform auf 130.000 Studierende skaliert. Diese Fachkräfte sind beschäftigt, gut vergütet und für Jobbörsen unsichtbar. Sie zu erreichen erfordert einen grundlegend anderen Ansatz bei der Personalsuche.
Erfurt liegt 35 Minuten mit dem ICE von Leipzig entfernt. Diese Nähe ist Chance und Risiko zugleich. Leipzigs größere Logistik- und Chemiecluster – verankert durch BMW, Porsche und den DHL-Hub – bieten Gehaltsprämien von etwa 12 % für technische Fachkräfte im gehobenen Management. Der tägliche Pendlerstrom zwischen beiden Städten bedeutet, dass Erfurts beste Leistungsträger ständig mit konkurrierenden Angeboten konfrontiert sind. Für Arbeitgeber, die Direktoren und C-suite-Führungskräfte in Erfurt einstellen, ist die Konsequenz klar: Ein Suchprozess, der drei Monate dauert, wird Kandidaten an einen schneller agierenden Leipziger Arbeitgeber verlieren, noch bevor das erste Interview stattfindet.
Erfurts Mittelstandsunternehmen – viele im Umsatzbereich von 50 bis 200 Millionen Euro – bilden das Rückgrat der städtischen Präzisionstechnik- und Logistikwirtschaft. Diese Unternehmen berichten von akuten Schwierigkeiten, C-level-Führungskräfte mit internationaler B2B-Vertriebserfahrung zu rekrutieren. Die IHK hat mit einem „Mittelstand-Spitzenkräfte"-Förderprogramm für Executive Search reagiert, das bis 2027 läuft. Die Lücke betrifft nicht nur die Vergütung – es geht um Sichtbarkeit. Diese Unternehmen sind außerhalb Thüringens weitgehend unbekannt, was bedeutet, dass direktes Headhunting (EN) in Wettbewerbsorganisationen der einzige verlässliche Weg zu qualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten ist.
Vierunddreißig Prozent von Erfurts Produktionsbelegschaft sind 50 Jahre oder älter. Die Thüringer Fachkräfteoffensive mit beschleunigten Einwanderungsverfahren entlastet durch Rekrutierungsabkommen mit Bosnien-Herzegowina und Vietnam zwar Engpässe auf Einstiegsebene, trägt aber nichts zur Führungskräfte-Pipeline bei. Wenn ein Photonik-KMU einen Werkleiter oder ein Logistikunternehmen einen VP Operations benötigt, ist der Kandidatenpool strukturell dünn. Nachfolgeplanung ist hier kein Zukunftsthema – es ist ein gegenwärtiges. Genau in diesem Umfeld schafft ein Go-To Partner für die Personalgewinnung (EN) den größten Mehrwert: Aufbau von Intelligence darüber, wer verfügbar und wer wechselbereit ist und was es braucht, um diese Kandidaten zu gewinnen – noch bevor die Vakanz überhaupt entsteht.